CM/SM: Unsere Geschichte
Als Snoopy plötzlich zusammenbrach – unsere Diagnose CM/SM
Vor wenigen Wochen hat sich unser Leben innerhalb weniger Sekunden verändert.
Snoopy war wie immer fröhlich, aufmerksam und voller Energie. Wir waren unterwegs, er hatte Kontakt zu anderen Hunden und alles schien völlig normal. Kurz nach dem Fressen passierte dann etwas, womit wir niemals gerechnet hätten:
Snoopy brach plötzlich zusammen.
Er reagierte nicht mehr, seine Zunge hing heraus und er lief blau an. In diesem Augenblick dachte ich, ich würde meinen Hund verlieren.
Zum Glück erreichten wir schnell eine Tierklinik. Nach dem Vorfall war Snoopy zwar wieder ansprechbar, aber irgendetwas stimmte nicht. Er wirkte anders. Ruhiger. Er schlief ungewöhnlich viel, war zeitweise wackelig auf den Beinen, hatte neurologische Auffälligkeiten und zog sich oft in seine Box zurück.
Niemand konnte uns sofort sagen, was passiert war.
Die Suche nach der Ursache
In den darauffolgenden Tagen begann eine intensive Diagnostik.
Blutuntersuchungen zeigten unter anderem eine deutliche Schilddrüsenunterfunktion. Gleichzeitig waren frühere Leberwerte, die uns Sorgen bereitet hatten, wieder unauffällig. Trotzdem erklärte nichts davon eindeutig den dramatischen Zusammenbruch.
Schließlich wurde ein MRT durchgeführt. Die Diagnose lautete:
Chiari-like Malformation (CM) mit Syringomyelie (SM).
Eine Diagnose, von der viele Hundehalter noch nie gehört haben.
Was ist CM/SM?
Bei der Chiari-like Malformation ist der Schädel im Bereich des Hinterkopfes zu klein für die Strukturen des Gehirns.
Dadurch kann es zu einer Störung des Liquorflusses kommen. In weiterer Folge können sich flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Rückenmark bilden – die sogenannte Syringomyelie.


Eine der schwierigsten Eigenschaften von CM/SM ist, dass die Schmerzen oft nicht mit klassischen Schmerzen vergleichbar sind. Viele betroffene Hunde leiden nicht nur unter Muskel- oder Gelenkschmerzen, sondern unter sogenannten neuropathischen Schmerzen. Das bedeutet, dass die Nerven selbst Schmerzsignale erzeugen.
Für den Hund kann sich das anfühlen wie:
- Kribbeln oder Brennen
- Stromschläge entlang der Nerven
- Druck im Kopf- und Nackenbereich
- Überempfindlichkeit bei Berührungen
- Schmerzen bei Aufregung oder Belastung
Da Hunde nicht sprechen können, zeigen sie diese Schmerzen oft auf indirekte Weise.
Die Symptome können sehr unterschiedlich sein.
Typische Symptome von CM/SM
Nicht jeder Hund zeigt alle Symptome. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
- Kratzen im Kopf- und Halsbereich
- Lecken an Pfoten oder Körperteilen
- Berührungsempfindlichkeit im Nacken
- Zittern
- Unsicherer Gang
- Schmerzen beim Aufregen
- Buckelhaltung
- Verändertes Verhalten
- Rückzug
- Schlafbedürfnis
- Kopf- oder Nackenzittern
Viele Besitzer berichten außerdem, dass ihr Hund gute und schlechte Tage hat.
Besonders häufig betroffen sind kleine Hunderassen wie:
- Pomeranian (Zwergspitz)
- Cavalier King Charles Spaniel
- Chihuahua
- Yorkshire Terrier
Warum die Diagnose oft schwierig ist
Das Schwierige an CM/SM ist, dass die Symptome häufig unspezifisch sind. Rückblickend fallen einem oft Kleinigkeiten ein, die man lange nicht ernst genommen hat:
- gelegentliches Zittern
- ungewöhnliche Empfindlichkeit
- Verhaltensänderungen
- unerklärliche Unruhe
Auch bei Snoopy gab es im Nachhinein Hinweise, die wir damals nicht mit einer neurologischen Erkrankung in Verbindung gebracht hätten.
Bedeutet die Diagnose das Ende eines normalen Hundelebens?
Nein.
Und das war für uns die wichtigste Erkenntnis. Viele Hunde mit CM/SM können mit der richtigen Behandlung und Betreuung noch viele Jahre eine gute Lebensqualität haben. Snoopy erhält aktuell eine neurologische Schmerztherapie und wir beobachten genau, wie er sich entwickelt.
Die ersten Tage nach der Diagnose waren emotional extrem belastend. Jeder Blick, jedes Zittern und jede Verhaltensänderung haben Angst gemacht. Mittlerweile lernen wir Schritt für Schritt, die Erkrankung besser zu verstehen.
Was ich anderen Pomeranian-Besitzern mitgeben möchte
Wenn euer Hund plötzlich:
- neurologische Auffälligkeiten zeigt,
- ungewöhnlich zittert,
- sich anders verhält als sonst,
- oder ihr einfach das Gefühl habt, dass etwas nicht stimmt,
dann vertraut eurem Bauchgefühl.
Viele Erkrankungen lassen sich nur durch spezialisierte Untersuchungen wie ein MRT erkennen. Gleichzeitig möchten wir Mut machen:
Eine Diagnose bedeutet nicht automatisch eine schlechte Prognose. Auch wenn die ersten Tage voller Unsicherheit sind, gibt es heute viele Möglichkeiten, betroffenen Hunden zu helfen.
Unser Weg geht weiter
Wir stehen noch am Anfang unserer Reise mit CM/SM.
Wenn dieser Beitrag auch nur einem einzigen Hund hilft, früher die richtige Diagnose zu bekommen, dann hat sich das Schreiben bereits gelohnt.